Uzin Utz Aktiengesellschaft
Uzin Utz AG

Marion Widmann, Entwicklerin Klebstoffe:

Was machen Sie, was sind Ihre Aufgaben, und wie lange sind Sie dabei?

Ich bin seit 4 Jahren Klebstoffentwicklerin im K-Labor, die Abteilung heißt jetzt F&E Flüssigprodukte. Meine Aufgabe besteht vorwiegend in der Entwicklung von Klebstoffen. Dazu gehört die Entwicklung, Durchführung der nötigen Tests unter anderem mit dem TKS und schließlich die Übertragung in die Produktion. Danach wird das Produkt betreut falls es Probleme in der Produktion oder beim Kunden gibt.

Es gibt auch immer wieder neue Kriterien für Klebstoffe, die mit bestehenden Produkten erfüllen werden sollen, wie z.B. EC1Plus oder Blauer Engel. Mal fallen Rohstoffe weg oder es gibt neue, preiswertere Rohstoffe die in bestehenden Produkten getestet werden müssen. Es gibt also immer was zu tun.

 

Wie entwickelt man einen neuen Klebstoff?

Das ist nicht ganz einfach. Der Entwickler bekommt einen Anforderungskatalog, was der Klebstoff alles können muss, welche Wettbewerber es dazu schon gibt, bzw. ob es überhaupt welche dazu gibt.

Im ersten Schritt versucht man, bestehende Rezepturen so zu verändern, dass sie die neuen Anforderungen bestehen. Bei Klebstoffen, die es in dieser Art noch nicht gibt wird es schon schwieriger. Falls es Wettbewerber dazu gibt, kann der Entwickler sich an diesen orientieren. Wenn nicht kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und diskutiert auch offen mit Lieferanten, welche Ideen sie haben und welche Rohstoffe sie uns dafür anbieten.

Entwickeln Sie nur für Deutschland oder auch international?

Vorwiegend für Deutschland, aber unsere Klebstoffe werden ja international verkauft. Es gibt in jedem Land unterschiedliche Anforderungen. Zum einen klimatische Anforderung wie Luftfeuchtigkeit und Temperatur und zum anderen persönliche Anforderungen. Die einen wollen lieber einen langsamen Klebstoff, die anderen wollen einen Klebstoff der kaum Eigengeruch hat usw. Wir versuchen mit unseren Entwicklungen allen Anforderungen gerecht zu werden.


Wie groß ist Ihr Team?

Wir sind nur zu zweit in unserem Team. Normalerweise besteht das K-Labor aus drei Gruppen mit drei Entwicklern. Die Gruppen sind Parkettklebstoffe, Dispersionsklebstoffe und Epoxi, Dispersion sowie Vorstriche. Aber es arbeitet nicht jede Gruppe vor sich hin, sondern wir tauschen uns gegenseitig über Erfahrungen aus.

   

Woher kommen die Anforderungen?

Die Anforderungen kommen in erster Linie vom Kunden. Z.B. sagt einer auf der Baustelle: „ach wenn wir so etwas hätten, wäre das toll“. Diese Information geht zum Anwendungstechniker, der meist mit auf der Baustelle ist und unsere Kunden betreut. Von dort geht es zum Produktmanagement. Im abteilungsübergreifenden Produktausschuss wird darüber diskutiert was sinnvoll ist und was nicht. Schlussendlich wird in einem anderen Gremium eine Anforderung an einen neuen Klebstoff formuliert, die der Entwickler bekommt. Insgesamt arbeitet man also sehr eng mit dem Kunden, der Anwendungstechnik und dem Produktmanagement zusammen, um gemeinsam ein Produkt zu entwickeln.


Wie lange braucht man um einen Kleber zu entwickeln?

Das ist unterschiedlich, da ein Kleber macht, was er will. Theoretisch weiß der Entwickler zwar vorab, in welche Richtung es gehen wird, aber dann rührt er es an und merkt, es funktioniert doch nicht. Es gibt zwar Informationen und Richtrezepturen von Herstellern, die aber für unsere Anwendungen meist nichts bringen. Da es eine große Palette an Rohstoffen gibt muss man viel probieren. Es braucht viel Durchhaltevermögen und Erfahrung um herauszufinden, welcher Rohstoff der Richtige ist. Da werden leicht 200 Ansätze gerührt. Dies kann schon mal über ein Jahr dauern. Hat man dann den richtigen Ansatz entwickelt, dauert allein die Abschlussprüfung für einen Klebstoff zirka ein halbes Jahr. Es muss die Lagerstabilität geprüft werden, da der Klebstoff mindestens ein Jahr lagerstabil sein soll.

 

Fühlen Sie sich wohl bei der Uzin Utz AG?

Ich finde die Firma klasse. Ich finde es toll, wie Herr Dr. Utz und Herr Müllerschön den Kollegen gegenübertreten. Sie vertreten nicht nur die Meinung, dass der Mitarbeiter das wichtigste ist, sondern sie tun auch was dafür. Das Horizonte-Programm ist nicht selbstverständlich. Sehr gefallen hat mir das Seminar „Frauen in Führung“. Es hat mir persönlich sehr viel gebracht und es war eine schöne Erfahrung. Auch das Seminar mit Holger Fischer hat mich weiter gebracht. Ich bin dem Vorstand sehr dankbar für diese Möglichkeit

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