Uzin Utz Aktiengesellschaft
Uzin Utz AG

Christoph Maier "Leben und Arbeiten im „Reich der Mitte“"

Abenteuer Shanghai – Leben und Arbeiten im „Reich der Mitte“ Christoph Maier macht seinen Traum bei der Uzin Utz AG wahr und begibt sich in eine der modernsten und einzigartigsten Weltmetropolen


Herr Maier, was hat Sie in das „Reich der Mitte“ – China – geführt? Welche Aufgabe hatten Sie?

Die Homepage von Uzin Shanghai wurde bisher von einer externen Agentur betreut und entsprach nicht unseren CI-Vorgaben, sondern war eher eine Eigenkreation. Dies sollte nun geändert werden. Ich wurde daraufhin gefragt, ob ich Lust hätte, meine Auslandsstation dort zu absolvieren, um die englisch-sprachige Homepage aufzubauen. Daraufhin habe ich einen einwöchigen ausführlichen Typo 3 „Crash-Kurs“ bekommen, um für meine Aufgabe, die Leute vor Ort zu schulen, gewappnet zu sein.


Da haben Sie sich ja richtig ins Abenteuer gestürzt. Wie sind Sie denn sprachlich zurechtgekommen und wie lange waren Sie in Shanghai?

Ich war sieben Wochen vor Ort. Chinesisch spreche ich nicht, habe aber versucht, mir ein paar Wörter anzueignen, so dass ich mich zum Beispiel mit dem Taxifahrer etwas verständigen konnte. Taxis sind in China ein viel genutztes öffentliches Verkehrsmittel wie hierzulande der Bus oder die Straßenbahn, da der Preis verhältnismäßig sehr günstig ist. Und glücklicherweise gibt es ja auch noch hilfreiche Apps, welche mit ein paar Handgriffen die gewünschte Adresse in chinesischen Schriftzeichen angeben. Im Büro sprachen dagegen nahezu alle super Englisch.


Was fällt Ihnen zu Shanghai ein? Was waren Ihre ersten Eindrücke?
Shanghai….es ist riesig. Allein die Skyline mit den hohen, modernen Wolkenkratzern ist enorm. Die Stadt hat 24 Millionen Einwohner und vier Millionen Durchreisende. Die Hitze ist sehr drückend, auch nachts. Wir reden hier von einer Durchschnittstemperatur von 38 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von 85 Prozent.


Mit welcher Erwartungshaltung sind Sie denn in den fernen Osten aufgebrochen?

Ich wollte meine Sprachkenntnisse auf die Probe stellen, aber auch viel von der Kultur mitnehmen und neue Eindrücke gewinnen. Und vor allem: Einmal in einer Weltmetropole leben. Am Anfang ist alles so groß und fremd, aber es gibt so viele tolle Möglichkeiten, die ich einfach genießen wollte.


Welchen Eindruck haben das Land und Leute bei Ihnen hinterlassen?

Die Menschen sind so interessiert und herzlich. Am Flughafen wurde ich gleich von dem Sales-Director Adam Huang herzlichst empfangen. Es kommt aber auch ein bisschen darauf an, wo man sich befindet. In den Vororten von Shanghai fällt man als Ausländer schon eher auf, und die Menschen sind etwas zurückhaltender. In Shanghai selbst gibt es soviel zu entdecken, dass man sich allein dort eine Ewigkeit aufhalten könnte. Daher gab es jedes Wochenende Kulturprogramm, und danach haben wir uns ins Nachtleben gestürzt. Neue Leute – besonders andere Ausländer – lernt man ja schnell kennen. Auch ein Vorteil einer Metropole wie Shanghai.


Und wie war es in Ihrem Arbeitsalltag?

Die Kollegen waren alle sehr offen und haben sich gefreut, wenn ich sie in ihrem Büro besuchte. Die Chinesen selbst sind eher eine hierarchische Lebens- und Arbeitsweise gewohnt. Sie fragen gern nach und lassen sich Entscheidungen absegnen. Dabei arbeiten sie sehr akkurat, schnell und zuverlässig. Außerdem scheint ist es in einer Stadt wie Shanghai ganz normal, dass man einen Anfahrtsweg von einer Stunde und mehr zu Arbeit zurücklegt. In China gibt es kaum ausgebildete Bodenleger, da Handwerksberufe aus historischen Gründen nicht sehr angesehen sind – ein Grund, warum sich die chinesischen Männer gern einen langen Fingernagel wachsen lassen und bei Damen weiße Haut ein Schönheitsideal ist. Damit zeigen sie, dass sie ihr Auskommen nicht mit handwerklichen Tätigkeiten im Freien bestreiten müssen. Das Bodenlegen wird daher auch gern von den Landwirten übernommen, nachdem sie ihre Felder bestellt haben.


Womit haben sie denn so gar nicht gerechnet?

Die Internationalität: McDonald‘s, Burger King und Kentucky Fried Chicken sind ebenso vertreten wie exquisite türkische oder italienische Restaurants. Außerdem gibt es eine große Auswahl an sehr teuren Modegeschäften. Das Erstaunliche dabei ist, dass man sich in einer Luxusstrasse befindet, und kaum biegt man um die Ecke, findet man das absolute Gegenteil. Trotz dieser Unterschiede und der Größe der Stadt fühlt man sich dort zu jeder Tages- und Nachtzeit sehr sicher. Ich habe mich beispielsweise teilweise sicherer gefühlt als in Ulm. Zudem ist Shanghai wesentlich sauberer als ich erwartet hatte.


Angenommen, Sie gehen in ein chinesisches Restaurant in Deutschland und danach in China.
Was fällt Ihnen auf?

…dass es große Unterschiede gibt. Die Vielfalt in China ist unglaublich groß. Es gibt Speisen, die man gern isst und sehr lecker sind, aber auch all die Merkwürdigkeiten wie das Tausendjährige Ei oder Hühnerfüße, die man den Gerüchten nach so kennt, die aber nicht alle gleich ungenießbar sein müssen. Viele chinesische Gerichte sind auch ähnlich der uns bekannten chinesischen Küche, jedoch sind in gebackener Ente z. B. nach der Zubereitung immer noch Knochen enthalten, welche neben den Teller oder in ein extra Schälchen geworfen werden. Eine Besonderheit wenn man mit mehreren Personen zum Essen geht ist, dass eine Person für alle Anwesenden mitbestellt und diese Gerichte dann untereinander geteilt werden.


Und wie sieht es in so einer fremden Kultur mit interkulturellen Fettnäpfchen aus?

Es heißt zwar immer, in China sei das Naseputzen verpönt, aber das habe ich nicht so erlebt. Dafür scheint mir dort Schmatzen gang und gäbe zu sein. Wichtig zu wissen: Man gibt kein Trinkgeld. Das würde so viel wie „Hiermit investiere ich in dich, mach es das nächste Mal besser“ bedeuten. Das Geld wie auch Visitenkarten werden zum Ausdruck der Höflichkeit und Wertschätzung immer mit beiden Händen übergeben. Außerdem sollte man selbst in der Unterhaltung etwas bescheidener auftreten, dafür das Gegenüber hinreichend loben. Sonst kann es passieren, dass der Gesprächspartner sehr schnell das Interesse verliert.


Welche Herausforderungen mussten Sie denn sonst noch meistern?

Am ersten Abend habe ich in einer Bar einen Chinesen kennengelernt, der mich gleich für das Wochenende zum Essen mit seiner ganzen Familie eingeladen hat. In China ist das eine besondere Ehre, und der Gastgeber bemüht sich alle möglichen Köstlichkeiten zu servieren. Also gerade die Dinge, die als Europäer etwas gewöhnungsbedürftig sind und somit eine kulinarische Herausforderung darstellen (Hühnerfüße, Seetang, Schafsherz, grundsätzlich Innereien jeglicher Art und vieles mehr). Man sitzt sehr lange und ausgiebig beim Essen, danach geht man aber – aus unserer Perspektive recht abrupt – heim. Gott sei Dank hat mich der neue Freund nebenbei darauf hingewiesen. Darüber hinaus sollte man nie alles aufessen, weil es dem Gastgeber das Gefühl gibt, er hätte nicht genug aufgetischt.


Das sind wirklich viele spannende Eindrücke und kulturelle Unterschiede, die Sie in Shanghai erlebt haben. Welchen Schluss ziehen Sie denn für sich daraus?

Man kann alles meistern, wenn man sich nur traut. Es geht einfach darum, es zu wagen. Mal wird man dabei auch auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Aber dies ist allemal besser als es nie versucht zu haben. Vor allem wird mir diese Freundlichkeit, die mir vollkommen fremde Menschen entgegengebracht haben, immer in Erinnerung bleiben.

Ich kann einen solchen Aufenthalt nur empfehlen. Man nimmt so viele Eindrücke mit und entwickelt ein Bewusstsein dafür, was man an der Heimat hat und lernt dies auch zu schätzen. Ich kann jedem raten, sich nicht von Vorurteilen abschrecken zu lassen. Shanghai ist eine Stadt mit zwei Gesichtern: Arm und reich.

Beim nächsten Mal würde ich aufgrund des Klimas wahrscheinlich eine andere Jahreszeit für meinen Aufenthalt wählen, jedoch werde ich diese sieben wunderbaren Wochen niemals missen möchten.

Ich möchte mich hier nochmal bei allen Beteiligten (Besonderen Dank: Stephan Bayer, Adam Huang, Angelika Seregi, Sabrina Grafe, Marina Braunger und Larissa Gao) bedanken, die mir diese Chance ermöglicht haben. Alles hat super geklappt und es gab überhaupt keine Probleme. Besser hätte ich es mir selbst in meinen Träumen nicht vorstellen können.


Ein Interview über Herr Maiers weiteren Werdegang finden Sie unter "Verlässlichkeit/Berufseinsteiger".


Das Interview wurde im Jahr 2013 geführt.

Uzin Utz Aktiengesellschaft

Länder & Sprachen

Bitte beachten Sie, dass Sie je nach Auswahl des Landes auf die Webseite unserer jeweiligen Gesellschaften vor Ort geführt werden.
Dem Impressum der jeweiligen Zielseite können Sie den zuständigen Ansprechpartner entnehmen.